Sonntag, 29. September 2013

Willkommen. Eshnu, Thaljan-enun

Er sah auf ihre Lider und verfolgte die sich abzeichnenden sanften Bewegungen ihrer träumenden Augen darunter mit einem Anflug von einem zufriedenen Lächeln. Kaylon wusste, welche wunderbaren Farbspiele dort schlummerten. Ihre kühlen hellblauen Augen, die ihn immer bannten. Aber hinter seinem Lächeln steckte ein Anflug von Ernst. Diese Augen, die ebenso zornig schauen konnten. Der Elf wusste, dass ihr Zorn ihn töten würde. Nicht aufgrund einer ihrer Handlungen, sie durfte ihm antun, was immer ihr verlangte. Ihr Zorn selbst würde ihn töten. Er könnte niemals ertragen, wenn sie wirklich böse auf ihn wäre. Das Lächeln überkam ihn stets, wenn er sie betrachtete. Ihr Anblick, ihre Anwesenheit, ihr Wesen löste ein hoffnungsvolles Gefühl von Glück und liebevoller Geborgenheit in ihm aus.  Ein Gefühl, dass er so gern fest umklammern würde. Und die Angst um die damit verbundene Verlorenheit, wenn sie ihn wegschicken würde. Er betrachtete ihren friedvollen Schlaf und fühlte sich schuldig, konnte sich aber nicht losreissen. Es schenkte ihm soviel Glück in diesen letzten Zeiten.

aus dem kommenden Werk Midwinter Chroniken: Das Erbe der Midwinter



„Ich lege meine Hand für Euch über die Flamme“, sagte Kaylon und sah tief in ihre wunderbaren klaren blauen Augen, die von dem atemberaubend schönen hellen Haar eingerahmt und den märchenhaften Brauen geziert waren, „aber bitte sagt mir rasch, dass ich sie aus dem Feuer herausnehmen soll.“
Er sprach dies ernst und beherrscht um ihr nicht seine zerbrechliche Schale zu offenbaren, während er sich in ihren Augen verloren hatte. Ein Wort, und er würde sich voller Liebe in den Tod stürzen. Doch ein weiteres Wort, und er würde für sie leben.
Liebe ist ein seltsames Spiel. Nur wer gegen sie verliert und unterliegt, ist der Gewinner.

aus dem neuen Werk Midwinter Chroniken: Die Elfen der Sha'anaar


Halte mich in Deinen Armen, halte mich fest. Denn Du bist mein Leben, mein Herz, meine Göttin. Ohne Dich bin ich ein Mensch ohne Glauben, ein Sterblicher der vergeht. Sei bei mir und schenke mir Deine Küsse, die Süße Deiner Lippen, Deine Kühle und Wärme. Du lebst in meinen Träumen und schenkst mir Leben.


"Sie schaute mir tief in die Augen, ich war gebannt und selbst wenn ich gewollt hätte, ein Abwenden war nicht möglich. Ein Gefühl, ungeheuer machtvoll und herrlich, schlug meinen Körper. Es war, als bliebe ich als Hülle stehen, doch sackte von der Außenwelt unbemerkt mein Inneres in Gänze zum Erdmittelpunkt. Ich wurde auf den Kern meiner Selbst fokussiert, bestand für den Augenblick aus meinem Blick und meinem verzauberten Lächeln, darüber hinaus kraftlos, schwach und verletzbar. Ihre Augen hatten jeden menschlichen Schutzwall niedergerissen, auch wenn dies nicht aufzufallen vermochte, war ich verloren. Ich hatte der Liebe ins Antlitz geblickt. Ich lebte den Moment, lebte in diesem Moment, der Sekunden dauerte, für mich aber mehr als meine gelebten Jahrhunderte der Ewigkeit entsprach. Wenn ein Geschöpf uns dergleich anblickt, diese Kraft dabei auf uns prallen lässt, gehört ihm unser Herz."

aus Nacirons Vampire - Blutlinie